Seit
dem 26. Februar 1948 ist Sardinien eingeschränkt
selbsverwaltete Region (eigenes
Parlament mit Finanzhoheit) im Rahmen des italienischen Staatenverbandes.
Ein lang erkämpfter Sonderstatus, speziell politisch
wirtschaftlicher Art, ähnlich den Regionen Südtirol, Sizilien,
Aosta,Trentino.
Die
kleine "Schatzinsel" sticht durch zentrale
Lage im
westlichen Tyrrhenischen Meer ins Auge. Breitengrad zwischen
südlich Capo
Teulada 38° 6´ und nördlich Capo Falcone 41° 2´ ---
Längengrad zwischen westlich Capo dell´Argentiera 8° 9´ und östlich Capo
Comino 9° 6´
Als
zweitgrößtes Atoll im Mittelmeer hat Sardinien (sardisch
Sardigna, Sardinna oder Sardinnia, italienisch Sardegna,
katalanisch Sardenya) mit
den vorgelagerten Kleinstinseln(277 qkm), eine Flächenausdehnung
von 24097 qkm, das sind 8% vom gesamten italienischen Staatsgebiet;
Flächenmäßig
drittgrößte Region Italiens; Umfangslänge
der Küstenlinie 1848,6 km, das ist 25% vom gesamten italienischen
Küstenverlauf.
Maximale
Länge Nordsüd 270 km, maximale Breite Westost 145 km.
Durch die Meerenge von Bonifacio ist Sardinien vom französischen
Korsika auf Sichtweite (12 km) getrennt. Nächster
Punkt auf einem Festland ist nicht die italienische Toskana (200
km Entfernung) sondern Tunesien (175 km Entfernung);
Höchste Erhebung auf der waldarmen Insel Sardinien ist Pta. la Marmora
mit 1834 Meereshöhe im zentralen Gennargentumassiv. Hügel
und wild zerklüftete Gebirgszüge bedecken ca. 83 % der Inselfläche.
Weitere Berge:
- Bruncu Spina 1829m,
- Punta Corrasi (Supramonte Nuoro) 1463m,
- Monte Limbara 1362m. Mittlere Meereshöhe beträgt 364
m; Während im Westen
der Insel sanftes Hügelland landschaftsbestimmend ist, wird
der Osten von einem schluchtenreichen Bergland eingenommen, das
in einer
schroffen Felsküste zum Meer abfällt. Durch den Südwesten
zieht sich (100 km lang und 30 km breit) auf 15 Meter
Meereshöhe
fruchtbares Schwemmland, die Campidano Tiefebene.
Sie trennt das erzreiche Bergland Iglesiente ab.
Größere
Flüsse sind: Coghinas (123 km lang), Flumendosa (125 km),
Tirso (159 km) und der einzig teilweise schiffbare Fluß Temo;
Einziger natürlicher Süsswassersee ist der Lago Baratz
in der Nähe von Alghero. Für elektrische Energiegewinnung
und zur Trinkwasserversorgung überlebenswichtig
künstlich aufgestaute Speicher sind: Omodeosee(Provinz
Oristano), Coghinasee(Sassari), Lisciasee(Gallura),
Flumendosasee(Nuoro),
Mulargiasee(Nuoro/Cagliari), Cedrinosee(Provinz Nuoro);
Stagni
sind Küstensalzwasserseen:
- stagno "di Cabras", stagno
di "S. Giusta", stagno di "Marceddì" bei Oristano und
stagno "Santa Gilla", stagno di "Molentargius" bei Cagliari;
In diesen ausgedehnten Feuchtgebieten kann man eine Vielzahl
von seltenen Vogelarten entdecken und die Flamingos leben und
brüten hier ganzjährig.
Im
Jahr 2005 hat Sardinien mit 1.651382 Einwohnern noch die geringste
Bevölkerungsdichte Italiens, nämlich im Durchschnitt
nur ca. 70 Einwohner pro qkm. [Vergleichsweise
Italienisches Festland 190 EW pro qkm] Überraschender
Weise ist das karge Landesinnere dauerhaft dichter besiedelt
als der Küstenraum mit den zahlreichen Ferienwohnungen.
Hauptstadt
und pulsierendes Herz des Südens ist Cagliari. Fast
20% der sardischen Bevölkerung
lebt in und um die geschäftige Hauptstadt (243000
Einwohner). Zweitgrößte Stadt ist Sassari
mit 125000 Einwohnern. Weitere Ballungszentren sind: Alghero(39000
Ew.), Arbatax, Muravera, Nuoro(41000 Ew.), Olbia(33000
Ew.), Oristano(35000
Ew.), Porto Torres, Quartu St. Elena(63000 Ew.), Villasimius;
Diese Aufzählung wird durch 377 kleinere Gemeinden
vervollständigt,
fast alle mit einer Zahl unter 1500 Einwohnern. Der größte
Teil der Bevölkerung von Sardinien gehört der römisch-katholischen
Kirche an.
Mit
Beschluß vom 12.Juli 2001 wurde Sardinien in die acht
Provinzen Cagliari 543.310, Sassari 322.326, Nuoro 164.260, Oristano
167.971, Carbonia–Iglesias 131.890,
Medio Campidano 105.400, Dell'Ogliastra 58.389, Olbia-Tempio
138.334, aufgeteilt. Sitz des gesetzgebenden „Consiglio
Regionale della Sardegna“ (80 Sitze mit Abgeordneten aus 11 politischen Parteien) ist in Cagliari
(via roma). Der 23. Präsident der Region heißt seit
14/07/2004 in der aktuellen 8. Legislaturperiode für 5 Jahre: “Giacomo
Spissu” (Sinistra federalista sarda)
Größtes
zusammenhängendes Schafzuchtgebiet Italiens,
mit ca. 3,8 Millionen Wolltieren ist das Lamm hier
in Sardinien
schon fast Haustier. Die Schafzucht hat auf der Insel
eine altehrwürdige Tradition, der Hirte ist
gleichsam Symbolfigur einer eigenen Kultur. Feinschmecker
in der ganzen Welt
wertschätzen den Käse "Pecorino
Sardo".
Die Fischerei ist mehr für den täglichen häuslichen Bedarf als
für
den Export.
Weltweit
einzigartig sind die historischen Nuraghentürme, man
zählt heute noch 7000 Stück dieser massiven Basaltbauwerke
aus ca. 2000 v.Chr, weithin sichtbar quer über die
ganze Insel verstreut, prägen sie das sardische Landschaftsbild.
"Sa
limba sarda": Neben üblich italienischer
Landessprache beherrscht etwa die Hälfte der Bevölkerung
eine schwierige Regionalsprache [lateinisch/romanischer
Ursprung] SARDU,
gesprochen in drei unterschiedlichen Dialekten [im
Südwesten - campidanese, im Nordwesten - logudorese,
im Norden - gallurese]. 1999 wird "Sardisch" vom
italienischen Parlament als eigenständige Sprache
anerkannt. Es ist nun gleichberechtigt neben der italienischen
Sprache und kann z. B. an den Schulen unterrichtet werden.
Einige wenige Namensbeispiele auf die ein Reisender immer
wieder stoßen wird: abba =
Wasser / arcu =
Sattel, Pass / badde = Tal
/ bentu = Wind / brunku =
Hügel, Bergkuppe / codula =
Geröllbett eines Baches / genna =
Pass / kukkuru = sanft geneigter
Hang / pedra = Stein / pranu =
Ebene / riu = Fluß,
Bach / spendula = Wasserfall
/ spina = Rücken / tanka =
umzäuntes Privatland.
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