Aufstieg durch´s Schmetterlingstal zum Berg"Monte Arubu"

180 Grad Kehren Schwalbenschwanz Kaktusfeigen Panoramastraße Bergankunft
Panorama am Pass Harte Trainingsarbeit steht bevor. Um nicht in die extreme Hitze eines Mittagsglutofen zu geraten, geht es schon um 8 Uhr von Quartu auf der relativ flachen Staatsstraße SS125 ab in östliche Richtung, entlang einem schattigen Bachverlauf in´s Quellgebiet des "Cuba - Fluß";  Bei San Isidoro nach 15 Km Wegstrecke zweigen wir rechts ab und von nun an kurbelt man fast 13 Kilometer gleichmäßig bergauf; Nirgendwo am Wegesrand sind Straßenschilder mit genauen Steigungsangaben zu entdecken, aber gnadenlos bissige Anstiege geschätzt zwischen 7% und 10% und zahlreiche enge Haarnadelkurven sind hier keine Seltenheit. Vor den 730 Meter hohen Gipfel haben die Götter den Schweiß gesetzt, eine Serie von engen Windungen auf teils rauhem Asphalt, verlangt trotz wenig Gegenverkehr absolute Aufmerksamkeit und gute Steuerkünste. Das Teerband schneidet oft in die Ausläufer von steilem Granitfels, rechter Hand wurden seitliche Felsabbrüche durch aufwendig dichte Stahlnetze gegen Steinschlag gesichert. Gelegentlich reisst tolle südländische Begeisterung aus wohltuender Stille während der mühsamen Qual die Serpentinen hinauf.is Concias Mit einem gut gemeinten sportlichem "vai,vai,vai" motivieren vereinzelte Autofahrer aus dem heruntergekurbelten Fenster. Neben Fußball und Formel 1 zählt Radsport zu den wichtigsten "Großen Drei" des italienischen Sports. Viele Sarden schütteln erstaunt und bewundernd nur den Kopf. Sind nicht eigentlich wir die Könige der Landstraße? Grab der Riesen ?Da für uns absolut keine Eile besteht, ist ausgiebig Zeit für die Besichtigung einer beeindruckenden Grabstätte aus historischer Nuragherzeit (tomba dei gigante "is Concias" / 1200 vor Christus). Direkt am Wegesrand türmen sich lose aufgestapelt, zentnerschwere Granitblöcke in Form eines Tonnengewölbes ca. 2,50 Meter hoch. Diese gigantischen Sammelgräber sind in Sardinien weitverbreitet und waren vermutlich letzte monumentale Ruhestätten regionaler Stammesfürsten. Das feuchte umgebende Erdreich und ein weiß rosa rotes Blütenmeer der Orleanderbäume, zieht Hunderte von Zitronenfaltern, Schwalbenschwänzen, Pfauenaugen an, aufgescheucht und aufgeregt flattern die bunten Flugkünstler entlang der Spaliere; Könnten wir uns doch auch so scheinbar schwerelos, spielerisch den Berg hinauf fortbewegen, wie diese Schmetterlinge um uns herum. Rechter Hand sprudelt am Straßenrand aus einem gefassten Trinkbrunnen kühles sauberes Quellwasser, da die Zunge eh längst am Gaumen klebt,Anklicken löschen wir gleich hier unseren Durst und füllen die Radflaschen auf. Auf der Hochebene vom "Monte Arbu" angekommen führen ca. 300 Meter ebene Strecke aus festem Schotter und Kopfsteine bis zur blendend weißen Granitnuraghe "sa Fraiagada", hier am höchsten Punkt der Tour, genießen wir einen erhabenen Blick von einem wunderbaren Aussichtsbalkon über das gesamte umliegende Hügelgebiet.
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