| Großflächige
Waldbrände sind (alljährlich
wiederkehrend) das gravierende Inselproblem !
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| Dieses unerfreulich traurige Thema ist eigentlich kein Kapitel wert,
aber auf der weitgehend abgeholzten Insel Sardinien steht es leider jeden Sommer oben auf der Tagesordnung !
Mit der anhaltenden Hitze steigt in weiten Teilen die Waldbrandgefahr. Es gilt die höchste Warnstufe. |
Monatelange
Trockenheit, die in vielen Jahren die Quellen versiegen, Felder und
Weiden verdorren
lässt, gehört zusammen mit den Wald- und Macchiabränden
zu den Plagen Sardiniens. Von Juni bis September besteht ein
streng überwachtes absolutes
Verbot für offene Feuer im Freien, sogar die alte Dampflokomotive
vom "trenino verde" erhält in dieser zeitlichen
Periode wegen der Gefahr von Funkenflug ein Fahrverbot, denn die
Vegetation ist nun trocken wie Zunder. Es genügt ein kleiner
Funke, von einem Dummkopf achtlos weggeworfene Zigarettenkippe
und durch die folgende Kettenreaktion steht alles in Flammen.
Die sardischen Forstbehörden
haben im Jahr 2007 in mehr als der Hälfte der Wälder,
vor allem im Osten des Landes - in den Naturschutzgebieten, sogar
ein "Eintrittsverbot" verhängt.
In den gesperrten Wäldern herrscht höchste
Alarmstufe. Aber dennoch fast schon traurige Tradition, verbrennen
pünktlich
jeden Sommer riesige Flächen von schöner unberührter
Natur mitsamt geschützter seltener Tierwelt. Bereits
in der historischen "Römischen
oder Pisaner Besatzungszeit" hat man das sardische
Eiland durch fast industriellen Kahlschlag von Grubenbauholz/Schiffsbauholz/Eisenbahnschwellen/Industrieheizmaterial
für den Export hemmungslos sehr waldarm gemacht. Heute
geschieht dies weiter durch Flammenraub, denn mit ca. 20000
ha zerstörter
Vegetation in jeder Saison zahlt Sardinien einen sehr hohen
Preis für
zunehmende Urlauberdichte; Auf der niederschmetternd italienischen
Rangliste findet sich Sardinien nach Kalabrien schon auf Platz
2 der üblen Negativstatistik.
Es gibt Stimmen die behaupten, aus Neid oder Rache soll der
Tourismus durch die gelegten Brände "abgeschreckt" werden.
Tatsächlich war es bei den letzten Großbränden
so, daß manche
Buchungen abgesagt wurden. Reißerisch negative Schlagzeilen
der Presse ("Feuer, Angst und Tod in den Ferien") oder
dramatisierte Medienberichte verängstigen natürlich
Gäste und
vereinzelt verließen schockierte
Touristen
fluchtartig die Insel. Bewiesen ist die Theorie
des Touristenkrieges
nicht, aber wenn an 10 verschiedenen Stellen gleichzeitig Brandherde
ausbrechen, ist das einfach kein dummer Zufall! |
Forstterrorismus
ist kein harmloses Kavalierdelikt, sondern
Schwerverbrechen. Militärkontrollen
und Spezialeinheiten gegen das organisierte
Verbrechen sind regelmäßig
auf Kontrollstreife. Signalwirkung hatte
das verschärfte Gesetz §353(Brandstiftung
von Forstflächen) vom 21.11.2000.
Eine juristische Strafverfolgung ist richtiger
Weise mittlerweile
gnadenlos und hart (5 - 10
Jahre Kerker bei Vorsatz). Im Jahr
2003 wurden beispielsweise 126 Personen
angezeigt, davon
98% nur Männer aus allen Berufs
und Bildungsgruppen. Vereinzelt besserten
sich sogar Rentner mit "Auftragsarbeiten"
ihre karge Rente auf, oder Aushilfsfeuerwehrleute
wollten sich ihren Job sichern und
legten selbst Feuer !! Das tief kranke
daran ist: Menschen die auf der Insel geboren
sind, dort leben, legen ihre eigene Heimat
in Schutt und Asche. Die sommerlichen Brände
auf Sardinien bedeuten in dunklen Kreisen
leider
ein
gutes Geschäft, sogar bei der Wiederaufforstung
wird stattlich Kasse gemacht. Verbreitete
Aufklärungsarbeit
der Forstpolizei wird bereits in den Schulen
viel geleistet, aber die jährliche
Tendenz der Brände ist
trotzdem noch immer auf hohem hohem Niveau. Entstehungsursachen
der Flammen sind vielfältig: nach oben
- Nur
4 % Selbstentzündung
haben rein natürliche Ursachen: durch
Sonneneinstrahlung auf bündelnde Glasscherben im
trocken Gras(Brennglaseffekt), Blitzschlag;
- 40
% vorsätzliche Brandstiftung durch: organisierte
Kriminalität, gewissenlose Baulandspekulanten,
kranke Pyromanen, neidische Nachbarn, gewissenlose
Versicherungsbetrüger, unzurechnungsfähige
betrunkene Personen;
- 56
% grob fahrlässige Entzündung durch: Brandrodung
der Landwirte, gedankenlos weggeworfene Zigarettenkippen,
außer Kontrolle geratene Grillfeuer/Gaskocher,
Minderjährige zündeln mit Feuer/Feuerwerkskörpern,
Funkenflug durch Fahrzeuge/Maschinen, Strahlungshitze
der PKW-Auspuffkatalysatoren auf trockenen Gras;
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Auf
Basis statistischer Erfassungen (Waldbrände/Trockengebiete
1980 – 2003) realisierte die Region Sardinien (Forstpolizei/Zivilschutz) eine
Landkarte der Feuergefahr,
mit Anzeige der Risikogebiete. (nieder, mittel, hoch, sehr
hoch);
Seit 2004 ein wirkungsvolles Instrument zur Einschätzung der örtlichen
Brandgefahr und Vorsorgemaßnahmen dagegen.
| Schmerzhaft
triste Statistik des sardischen Zivilschutzes |
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Seit
1971 -- alljährlich durchschnittlich 3410
Feuer
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jährlich 40905 ha verbrannte Gesamtfläche
-
davon
jeweils 7937 ha wertvollster alter Baumbestand
Was
muss diese Natur leiden
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40 Grad Celsius
Sommerhitze, wochenlange Trockenheit und heiße afrikanische
Shirokkowinde sind der ideale Nährboden
für
die Flammen und machen es den Brandherden leicht, sich innnerhalb
von Minuten auszubreiten. Zwar lodert ein Buschbrand selten länger
als 12 Stunden, dank ausgelöster
Alarmierung der schnellen Eingreiftruppe, doch stark böige
Winde fachen lodernde Feuerwalzen immer wieder an und treiben sie
trotz geschlagener
Schutzschneisen
schnell voran; Glühende Asche wird hunderte Meter weit getragen, überspringende
Baumwipfelfeuer in unzugänglichen Bergregionen mit bis zu 1000 ° C,
sind vom Boden dann nicht mehr zu bekämpfen. Jetzt schlägt
die Stunde der Feuerflieger, Helitanker und Wasserbomber sind
unter 14 Minuten nach Alarmierung am Einsatzort. Am "monte
Limbara" nahe der Costa Smeralda ist die Kommandozentrale
der regionalen Antifeuertruppe eingerichtet; 11 Helikopterbasen sind
strategisch über die Insel verteilt, auch bei "Ala
dei Sardi, Sorgono, Thiesi, Pula". Wenn der Brandort unzugänglich
ist, oder wechselnd böige Winde die Bodenlöschmannschaften
arg in Bedrängnis bringen, die Kontrolle verloren zu gehen droht,
rücken von jener Zentralbasis Löschhubschrauber (schwere
russische "Camilla" Helikopter, kleinere "Augusta
Bell 205", "Chinook CH47") und zwei "Canadair" Schwimmflugzeuge
auf dem Flugplatz "Fenousu" (nahe Alghero) zur Unterstützung
bei schwierigen Großbränden aus; (Einsatzkosten ca. 5000
DM per Stunde) Im Juli 2007 entsandte sogar die spanische Regierung,
im Rahmen europäischer Nachbarschaftshilfe, aushilfsweise mehrere
Löschlugzeuge zu
Verstärkung der sardischen Brandbekämpfer. nach oben
Fliegen
am Limit bei 60° Celsius im Cockpit. Im
Gleitflug, wie ein springender Kieselstein, auf der Meeresoberfläche
Löschwasser aufsaugen und im 15 Minutenrhytmus gezielt im
Sturzflug über
dem Feuerzentrum abwerfen, bedeutet harte Präzisionsarbeit gepaart
mit viel Erfahrung; Die Piloten dieser schnellen Eingreiftruppe meistern
mit Bravour atemberaubend
halsbrecherische Flugmanöver (Ein breiter Vorhang aus Löschwasser
und chemischen Zusätzen schwebt zu Boden). Die zweimotorigen
Propellerflugzeuge "Canadair" erzielen
eine max. Geschwindigkeit von 376 km/h, sind mit Pilot und Abwurfnavigator
besetzt,
nehmen bis zu 10.000 Liter Wasser in 30 Sekunden von der Oberfläche
auf;
Im Flugzeug wird anschließend das Wasser mit feuerhemmendem Schaum
versetzt
und trotz aufsteigender enormer Hitze und Rauch, die Ladung punktgenau über
den Flammen abgelassen. In all den Jahren bisher gab es, Gott sei Dank
nur einen Absturz, weil eine Hochspannungsleitung dem Helikopter im Tiefstflug
zum Verhängnis
wurde; 947 kurzfristig angestellte
Flammenbekämpfer der Umweltbehörde, 1044 Forstpolizisten, 3547
Forstarbeiter
riskieren
im
Hochsommer fast täglich ihr Leben - ein gefährlicher und undankbarer
Job, der nicht hoch genung geschätzt werden kann!
Tobende Feuersbrünste
legen die Natur in Schutt und Asche, noch viele Jahre später
sind schwarze Narben in der Landschaft deutlich zu sehen. Übrig
bleiben nur verkohlte Bäume und die Tränen der geschädigten
Grundbesitzer. Angst einflößende
- für Jahre tote Mondlandschaften. Besonders der Sommer 2007 brachte
viel Leid. Zerstörtes Ernteland und wertvolle Korkeichen mit einem
gewachsenen Alter von über
100 Jahren, in wenigen Minuten unwiederbringlich vernichtet! Nur wucherndes
Unkraut
ohne Wurzeltiefe
erholt sich schnell. Als Spätfolgen der Buschfeuer klaffen immer
mehr aufgerissene häßliche Erosionswunden in den grünen
Hügeln. Die verbrannten Böden sind hart, trocken und von der Asche
wie versiegelt. Abgestorbene Baumwurzeln sind nicht mehr in der Lage
den lockeren Lößboden
festzuhalten und ein nächster
starker Regenschauer nimmt dann wertvoll fruchtbare Erde mit sich Richtung
Meer; Als graue Schlammlawine rauscht das Regenwasser talwärts. Welche
Unmengen an C02 - Gasen bei Waldbränden
zusätzlich
in unsere gemeinsame Athmosphäre aufsteigen und zur negativen
Klimaveränderung
beitragen, kann man sich ungefähr vorstellen. Die Rauchschwaden
größerer Buschbrände werden von der erdumkreisenden
Raumstation schon mit bloßem Auge erkannt. |
Bisher
wurde meist nur in Monokultur mit dem schnell wachsenden Eukalyptusbaum (im
Volksmund Fieberbaum) Aufforstung betrieben. Um ca. 700 n.Chr.
wurde die exotische Pflanze erstmals von Australien eingeführt,
um das total abgeholzte Sardinien wieder aufzuforsten
und beginnende Erosion aufzuhalten. Hatte aber die trockene Baumrinde
einmal Feuer gefangen, beschleunigten und verstärkten die ätherischen Öle
in den Blättern die Buschbrände enorm. So setzt man heute
beim Kampf gegen den Landfraß, wieder auf regionale Mischwälder
mit widerstandsfähigeren Sorten aus einheimischen Baumschulen. |
Wirtschaftliche
Schäden an verglühten Industrieanlagen, Häusern, Stallungen,
Fahrzeugen sind meist nur sehr grob abzuschätzen. Vielbefahrene
wichtige
Hauptverkehrsadern
müssen für lange Stunden
komplett gesperrt
werden, Eisenbahnzüge auf betroffenen Bahnlinien verspäten
sich hoffnungslos oder fallen oft ganz aus. Stromversorgung, Telephon
und Wasserleitungen
werden zerstört und damit wochenlang unterbrochen. Campingplätze,
Feriensiedlungen, ganze Dorfrandgebiete müssen evakuiert werden.
Szenen wie aus einem
schlechten Katastrophenfilm,
die sich da abspielen. "Es ist eine Tragödie" sagte
Bertolaso, (Leiter
Zivilschutzbehörde),"wir befinden uns im Krieg
mit Kriminellen, die die Hitze dieser Tage ausnutzen, um Sardinien
überall in Schutt und Asche zu legen.
Aber wer unserer Insel schaden will, der wird verlieren !" Ende
Juli 2007 rief der Ministerrat der italienischen Regierung in Rom,
nach verheerend großflächigen Waldbänden, den sofortigen
Notstand für
die betroffenen sardischen Regionen aus. Damit
kann der
italienische Staat finanzielle Mittel und Sachlieferungen als schnelle Überbrückungshilfe
sofort bereitstellen. nach oben |
Melden
Sie bitte gesichtete Feuer sofort der nächsten Polizei oder
Forstdienstbehörde! (Feuernotruf
Forstpolizei)
Sardische
Notrufnummern
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Carabinieri
112
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Feuerwehr 115
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Straßenpolizei 113
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Notarzt 116
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Forstpolizei 167.865065
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Küstenwache 167.090090
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Schweizer
Konsulat - via XX Settembre 16 - 09125 Cagliari
- Tel: 070/663661 Fax: 070/668042
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Österreichisches
Konsulat auf Sardinien nicht vorhanden
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Deutsches
Honorarkonsulat - via Raffa Garzia 9 - 09125
Cagliari (Ca) - Tel/Fax: 070
/ 307229
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