| Historischer Begräbniskult im Zeichen des Stieres "Feenhäuser / Gigantengräber" | |||||||||||||||||||||
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| Gigantengräber (Bronzezeitalter ca. 1800 v.Chr. – 400 v. Chr.) | |||||||||||||||||||||
Die Nuragher bestatteten in diesen charakteristisch, fast unverwüstlichen Sarkophagen keine Giganten, sondern vermutlich waren es Familiensammelgräber der Stammesfürsten; Das Felsengrab war nie der Bestattungsplatz aller Toten dieser Kultur, sondern allenfalls ihrer Eliten. Die steinernen Kistengräber lagen nicht offen zutage, sie wurden fast alle in Hügelform von meterhohen Erdschichten bedeckt. Im Laufe der Jahrtausende hat die Erosion etliche Kubikmeter Erdmaterial abgetragen und weggewaschen. Wenn wir uns vergegenwärtigen das die Megalithgräber häufig auf waldfreien Anhöhen errichtet wurden, dann lässt sich erahnen, welch gewaltige Landmarken diese Monumente gewesen sein müssen. In der Draufsicht haben jene oberirdisch angelegten Grabmale meist die stilisierte Form eines Stierkopfes mit großen Hörnern. (Die verehrte mächtige Gottheit dieser Kultur ?) Präzise in Reihe vertikal aufgestellte Steinplatten und exakt vermessen symmetrische Seitenflügel, zeigen hohes architektonisches Verständnis. Sakrale Landschaftsgestaltung mit aufwendig gefertigten letzten Ruhestätten für angenommen 100 bis 200 Skelette bezeugen einen ausgeprägten Totenkult während dieser spannenden Siedlungsepoche. nach Das Eingangsportal der antiken Sammelgräber bildet jeweils eine spektakuläre, tonnenschwere Stele (beeindruckende 4,50 m hoch, 7 Tonnen schwer). Jede massive Granit oder Basaltplatte erscheint wie die Grenzschwelle zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten. Der Boden dieser senkrecht aufgestellten Abschlussplatte wird von einem kleinen Torbogen unten durchbrochen. Über der kleinen Ausgangsöffnung für die Seelen, entdeckt man manchmal eine eingemeißelte runde Opferschale. Das Sterben wurde nur als Beginn einer Seelenreise ins ewige Leben angesehen, dabei begleitete der Stiergott mit seiner Kraft und Vitalität; Am Vorplatz des Stammesgrabes wurden Opfer dargebracht und Versammlungen abgehalten, steinerne Wächter (betili) stellen Abbilder von Gottheiten dar und sollten die Zeitreisenden offensichtlich vor bösen Mächten beschützen. Zahlreiche bedeutende Ausgrabungsfunde, antike Votivbeigaben für die letzte Reise, wie Keramik oder Bronzeschmuck, sind in nahen archäologischen Museen ausgestellt. Letzte Fundstücke, datiert auf 400 n.Chr. lassen auch auf eine noch viel spätere Nutzung der Grabmale schließen. Leider wurden im Laufe der Geschichte die rechteckigen, gedeckten Kistengräber in menschlichem Unverstand mehrfach geplündert und vielleicht auch als Steinbruch benutzt. Regen und scharfer Passatwind nagten ebenso an den aufgeschlichteten Steinplatten der Grabkammern. Oft lassen sich nur noch aus den wenigen widerstandsfähigen Überresten, die ehemaligen Dimensionen schätzen.„Domus de Janas“ (mysteriöse Höhlenwohnungen datiert auf 4000 - 2500 v. Chr.) Begriff aus der sardischen Sprache - bedeutet soviel wie: Häuser der Feen. Der Name findet seine Begründung in dem Volksglauben, daß diese Höhlen von Fabelwesen bewohnt werden. In der Jungsteinzeit wurden meist in weichen Kalksandstein schmucklose Grabkammern mit einfach rechteckigem Grundriss geschlagen. Der sorgfälltige Innenausbau mancher künstlicher Höhlen hat den Charakter eines frühen Kultortes; (Raumhöhe 1,50 Meter, Tiefe 2 bis 15 Meter) Insgesamt 1100 Stück ( CA. 164, NU. 456, SS. 480 ) dieser in weichen Tuffstein geschnittenen Familiengruften sind gleichmäßig über ganz Sardinien verteilt; Die antike Nutzung (Zeremonienlätze, Wohnungen, Grabkammern) der unterirdischen Gewölbe lässt viel Spielraum für allerlei Spekulation. Mit manchmal bis zu 8 verzweigten Grabkammern besteht wie bei Maulwürfen ein unterirdisch verknüpftes System; Untereinander verbunden sind die Zimmer mit 1 Meter hohen Durchgängen; Vereinzelt werden die Innenwände über den Türstöcken verziert mit astronomischen Ornamenten oder schematischen Motiven aus der Tierwelt. (angedeutete Stierköpfe, Schaf oder Ziegenhörner) Der einzige Außenzugang zum religiösen Haus der Seelen „domus de janas“ wurde durch einen schweren behauenen Steinquader fugendicht verschlossen; Im Inselosten bei Tertenia im Quiratal , im "Bivio Carmine" wurden im 14. Jh. zahlreiche Bronzefiguren aus der Nuragherzeit ans Licht gebracht. Doch ein übereifriger Pfarrer sorgte dafür, daß aus diesen "heidnischen Göttern" eine christliche Glocke gegossen wurde. Etwa 500 Stück dieser 10 - 40 cm hohen Statuetten hat man bisher gefunden und den Großteil im Nationalmuseuum Cagliari zusammengetragen. Abgelegen von den ausgetretenen Tourismuspfaden, frei zugänglich, werden heute nur wenige dieser letzten Ruhestätten aus vorchristlicher Zeit in Ehren gehalten. Einst heilige Höhlengräber werden vielfach respektlos als praktischer Schafpferch oder wilde Mülldeponie entweiht. Ohne Pflege, stürzt langsam die weiche Kalksteindecke der Räume ein, Mutter Natur ebnet den Rest im Laufe der Jahre ein. Noch besonders gut erhaltene Grabanlagen zeigen sich bei: Alghero(Anghelu Ruiu), Bonorva(Sant Andrea Priu), Villaperuccio(Montessu) nach
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