Korkverarbeitung auf Sardinien
Frisch geschält
Korkeichenwald
Nahaufnahme
Lagerplatz von oben
Nach 4 Wochen
Gestapelt Stöpsel Verkaufsfertig verkaufsfertig Lagerplatz
KorklieferungAus der elastischen Rinde des weiblichen Korkeichenbaumes (Quercus suber) wird der immer wertvoller werdende Naturstoff gewonnen; In Verarbeitung und Export des nachwachsenden Rohstoffes ist Sardinien europaweit die Nr. 1 noch vor Portugal und Spanien; Als "Hauptstadt" des Korks im zentralen Inselnorden bezeichnet man Calangianus; Rund um die kleine Stadt reiht sich im Freien in Größe von Fußballfeldern, ein gigantischer Lagerplatz am Nächsten.Korkschälung Ein Korkmuseum und Italiens einzige Berufsschule für das Korkhandwerk finden sich im Dorfzentrum. Die immergrünen Bäume, die auf trocknen Anhöhen in lichtem Stande wachsen und Wäldchen oder größere, zum Teil sehr ausgedehnte Wälder bilden, leiden bei guter Behandlung durch das Schälen anscheinend gar nicht Bei guter Qualität der Bodenart erreicht der ausgewachsene Baum eine Höhe von 25 Metern, einen Stammdurchmesser vom 1 Meter, und ein Alter von bis zu 300 Jahren; Als Ernteertrag je Hektar Waldfläche sind bis zu 2000 kg Kork möglich; Geschält wird erstmals ab Pflanzung nach ca. 20 Jahren Wachstumszeit des Baumes, bevor die jungen Eichen den Mindestumfang von 70 cm für die erste Rindenschälung erreicht haben. In gesetzlich genau vorgegeben Zeiträumen (im Abstand von 9 - 12 Jahren), entrindet man folgend den Stamm jeweils in den Sommermonaten Juli/August; Diese erste Schälung ergibt nur minderwertigen Kork. Dieser Eingriff des Menschen regt das Abschlussgewebe des Baumes zur Bildung des hochwertigen, homogenen und geschmeidigen Korks an. Bis zum Qualitätskork muss mindestens eine zweimalige Schälung vorausgehen, so dass neue Anpflanzungen erst nach 40 bis 50 Jahren wirklich produktiv sind. Lange Zeitspannen der Ruhe ermöglichen es dem Eichenbaum wieder einen neuen Korkmantel aufzubauen. Noch heute wird nach überlieferter Tradition mühsam von Hand mit lanzenartigen Werkzeugen der Eichenbaum entkleidet. Es erhalten die dazu ausgewählten Stämme und dickern Äste erst zwei Kreisschnitte oben und unten, die dann durch zwei oder drei Längsschnitte verbunden werden, so daß die Rinde nun in ebenso viel muldenförmigen Schwarten von etwa 3 dm Breite und 12-15 dm Länge abgelöst werden kann.
Die Ablösung der Platten erfolgt, indem der Arbeiter mit dem Stiel seines Beiles, der zu dem Zwecke keilförmig zugeschnitten ist, die Rinde unterfährt und abdrückt und ein zweiter Arbeiter durch Schieben mit einer Stange nachhilft. Zum Vorschein kommt die weitleuchtend ziegelrote innere Haut der Eiche; Nach der Ernte werden die gebogenen Rindenstücke durch Einlegen in heißes oder kaltes Wasser erweicht, durch Beschweren mit Gewichten flach gedrückt und 6 Monate lang sorgsam gelagert der Lufttrocknung überlassen. Vor Verarbeitung wird die geschälte Rinde gekocht, dadurch werden Gerbsäure, störende Inhalts und Fremdstoffe ausgeschwemmt.
Ein Kubikzentimeter Kork besteht aus 50 bis 100 Millionen wabenförmigen Luftzellen. Durch feinste Poren in den Zellwänden erfolgt Luftaustausch, außerdem hat die Korksubstanz etwas Wachsartiges, was sich dem Eindringen der Nässe widersetzt. Als rein biologisches Baumaterial gewinnt Kork zunehmend an Bedeutung in der Bauindustrie. Begehrte Eigenschaften des reinen Naturproduktes sind:
 
  • Geringes Volumengewicht (mit 150 kg pro Kubikmeter zählt Kork zu den leichtesten Naturstoffen überhaupt) dadurch enormer Transportvorteil
  • schlechter Wärmeleiter (Dach/Wandisolierung)
  • widerstandsfähig gegen Verschleiß (abriebfest)
  • schwer brennbar
  • hervorragender Geräusch und Schwingungsdämmer (Fußbodenbelag/Schallschutzwände)
  • wasserabweisend / nur langsam verrottend (Schwimmer/Dachschindeln) Auch für Nassräume geeignet
Qualität
 
Stark nachgefragt und verarbeitet als hochwertiges Material wird Kork in der Schuhindustrie und sicher kann ein Plastikverschluss qualitätsgleich den geschnittenen, erstklassigen Weinkorken niemals ersetzten; Guter Wein muß in der Flasche atmen, diese Vorgabe wird nur natürlicher Kork bestens erfüllen. Bereits 20% der Rohkorkproduktion auf Sardinien werden für die Fertigung von Flaschenkorken verwendet. Zur Herstellung von 30 kg Flaschenkorken sind 100 kg Rohkork nötig, trotzdem kostet ein Stöpsel nur unglaubliche 15 Cent. Also beim nächsten "Plopp" wenn Sie einen guten "Roten" entkorken, denken Sie bitte an Sardinien!     nachNach oben oben
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