Aus
der elastischen Rinde des weiblichen Korkeichenbaumes (Quercus
suber) wird
der immer wertvoller werdende Naturstoff gewonnen; In Verarbeitung
und Export des nachwachsenden Rohstoffes ist Sardinien europaweit
die Nr. 1 noch vor Portugal und Spanien; Als "Hauptstadt" des
Korks im zentralen Inselnorden bezeichnet man Calangianus;
Rund um die kleine Stadt reiht sich im Freien in Größe
von Fußballfeldern,
ein gigantischer Lagerplatz am Nächsten. Ein
Korkmuseum und Italiens einzige Berufsschule für das Korkhandwerk
finden sich im Dorfzentrum. Die immergrünen Bäume, die
auf trocknen Anhöhen in lichtem Stande wachsen und Wäldchen
oder größere, zum Teil sehr ausgedehnte Wälder bilden,
leiden bei guter Behandlung durch das Schälen anscheinend gar
nicht Bei guter Qualität der Bodenart
erreicht der ausgewachsene Baum eine Höhe von 25 Metern, einen
Stammdurchmesser vom 1 Meter, und ein Alter von bis zu 300 Jahren;
Als Ernteertrag je Hektar
Waldfläche sind bis zu 2000
kg Kork möglich; Geschält wird erstmals ab Pflanzung nach
ca. 20 Jahren Wachstumszeit des Baumes, bevor die jungen Eichen
den Mindestumfang von 70 cm für die erste Rindenschälung
erreicht haben. In gesetzlich genau vorgegeben
Zeiträumen
(im Abstand von 9 - 12 Jahren), entrindet man folgend den Stamm
jeweils in den Sommermonaten Juli/August; Diese erste Schälung
ergibt nur minderwertigen Kork. Dieser Eingriff des Menschen
regt das Abschlussgewebe
des Baumes zur Bildung des hochwertigen, homogenen und geschmeidigen
Korks an. Bis zum Qualitätskork muss mindestens eine zweimalige
Schälung
vorausgehen, so dass neue Anpflanzungen erst nach 40 bis 50 Jahren
wirklich produktiv sind. Lange Zeitspannen der Ruhe
ermöglichen
es dem Eichenbaum wieder einen neuen Korkmantel aufzubauen. Noch
heute wird nach überlieferter Tradition mühsam von Hand
mit lanzenartigen Werkzeugen der Eichenbaum entkleidet. Es erhalten
die dazu ausgewählten Stämme und dickern Äste erst
zwei Kreisschnitte oben und unten, die dann durch zwei oder drei
Längsschnitte verbunden werden, so daß die Rinde nun in
ebenso viel muldenförmigen Schwarten von etwa 3 dm Breite und
12-15 dm Länge abgelöst werden kann.
Die Ablösung der Platten erfolgt, indem der Arbeiter mit dem
Stiel seines Beiles, der zu dem Zwecke keilförmig zugeschnitten
ist, die Rinde unterfährt und abdrückt und
ein zweiter Arbeiter durch Schieben mit einer Stange nachhilft. Zum
Vorschein kommt die weitleuchtend
ziegelrote innere Haut der Eiche; Nach der Ernte werden die gebogenen
Rindenstücke
durch Einlegen in heißes oder kaltes
Wasser erweicht, durch Beschweren mit Gewichten flach gedrückt
und 6 Monate lang sorgsam gelagert der Lufttrocknung überlassen.
Vor Verarbeitung wird die geschälte Rinde gekocht, dadurch
werden Gerbsäure,
störende Inhalts und Fremdstoffe ausgeschwemmt.
Ein Kubikzentimeter Kork
besteht aus 50 bis 100 Millionen wabenförmigen Luftzellen. Durch
feinste Poren in den Zellwänden erfolgt Luftaustausch, außerdem
hat die Korksubstanz etwas Wachsartiges, was sich dem Eindringen
der Nässe widersetzt. Als rein biologisches
Baumaterial gewinnt Kork zunehmend an Bedeutung in der Bauindustrie.
Begehrte Eigenschaften
des reinen Naturproduktes sind: |