| Meersalzgewinnung | ||||||||||
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Im Frühjahr wird die jeweils neue Erntesaison vorbereitet: Angesammeltes Regenwasser wird aus den Becken gepumpt, Zulaufkanäle werden gesäubert und Schleusen funktionstüchtig gemacht. Mit hölzernem Werkzeug bessern die Salzgärtner gebrochene Dämme aus und glätten den Boden der Kristallisationsbecken. Dann wird zum ersten Mal mit Meerwasser geflutet – möglichst mit Beginn der Schönwetterperiode, damit nicht ein Frühjahrsregen die Sole verunreinigt. Im August,
in Zeiten der höchsten Jahrestemperaturen, ist
die ungefilterte Wasserverdunstung durch Sonneneinwirkung und
Wind in den Salinen am Größten.
Die Farbzusammensetzung angesiedelter Algen verändert sich
ins Rötliche,
fache Strandseen sind für wenige Tage kontrastreicher Blickfang.
Bei der übersättigten Lösung flocken die Meersalze
am Beckenboden aus und nachdem überschüssiges Wasser über
seitlich tieferliegende Ringkanäle abgeleitet wurde, trocknet
die Sole bis zu einer 40 cm dicken Schicht ein. Salzseen verwandeln
sich
zu großflächigen Salzpfannen. In einem Liter Mittelmeerwasser
sind ca. 30 bis 40 g kristallines Salz gelöst. Der riesige
naheliegende Güterhafen von Cagliari ermöglicht abschließend
einen raschen Abtransport des ausgekämmten Ertrages. Diese
Ausbeute wird auf Transportschiffe verladen und nach Nordeuropa
als Streusalz oder
Bikarbonat (Brom, Sulfat, Magnesiumchlorid) an die chemische
Industrie verkauft. Die ersten Regenfälle des Herbstes beenden
die Erntesaison.
Nur ein kleiner Teil des geernteten Meersalzes wird durch einen mehrstufigen Wasch - und Kristalisationsprozess weiter gereinigt, chemisch gebleicht, gesiebt und gelangt schließlich als weißes Tafelsalz in den Handel. Die Gewinnung von Meersalz ist aber technisch deutlich weniger aufwendig gegenüber Steinsalz.
Das teuerste
und edelste Speisesalz, das "fiore
del sole"
(Blüte der Sonne), entsteht nur an heißen,
windstillen Tagen als hauchdünne Schicht an der Wasseroberfläche
der Erntebecken. Wie der Rahm auf der Milch schwimmen die Kristalle
oben auf und werden per Hand mit einer Holzschaufel abgeschöpft.
Dieses Edelprodukt
gewinnt man nur noch vereinzelt am Mittelmeer und
es kommt immer
unbehandelt
in den
Verkauf. Durch eine schonende Verarbeitung dieses Speisesalzes
bleiben die natürlichen
Mineralien und Spurenelemente (Calcium- und
Magnesium-Sulfat-Anteile) vollständig erhalten.
Fachleute
rühmen seinen milden natürlichen
Geschmack.
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