Insel der versteinerten Fantasien

 
Es ranken sich viele geheimnisvolle Legenden um das mystische Eiland der Sarden, unter allen Inseln des Mittelmeers ist Sardinien vielleicht sogar die rätselhafteste Landmasse. Erstmals in Aufzeichnungen auf griechischen Seekarten erschien der Name "ichnus / ichnusa" (Abdruck/Sohle) für diese oft karge felsige Insel. Mit ausreichend Vorstellungskraft kann man den Umriß Sardiniens als Fußabdruck Gottes deuten. Viele Reiseführer erzählen dem breitgläubigen Touristen dazu folgendes: "Als Gott die Schöpfung der Kontinente zufrieden beendet hatte, waren ihm wenige Reste aller verwendeten Gesteine und Bodenarten übrig geblieben. Er knetete daraus eine kleine Kugel, warf sie ins einsam zentrale Mittelmeer und trat mit seiner rechten Feuersandale fest darauf. Dann nahm der Schöpfer von anderen Kontinenten ein bisschen von all den besonders schönen Dingen, die er bisher erschaffen hatte, und verstreute sie über dem Eiland: Wälder, Schluchten, Berge, seltene Tiere und Pflanzen, Flüsse. All das verteilte er zusätzlich über Sardinien und fand so seinen gelungenen Abschluß";  Besonders vielfältig und paradiesisch schön ist die zweitgrößte Insel im Mittelmeer deshalb geworden.
versteinerte Palmen versteinerter Baumstamm versteinerte Palme
Sardinien hat geologisch gesehen seine unruhigste Zeit hinter sich. Findige Wissenschaftler verfolgen die Theorie, das vor 25 Millionen Jahren der verbundene Landblock Sardinien/Korsika am Rande der südfranzösischen Küste abbrach und begünstigt durch die Kontinentalverschiebung nach Südosten wegdriftete. Identisch geologische Strukturen zeigen sich auf Südkorsika, an der nordsardischen Gallura, oder am französischen Anschlusstück bei Marseille. Ein langsamer Rotationsprozeß gegen den Uhrzeigersinn um etwa 60 Grad, bei gleichzeitiger Absenkung der Landmasse trieb das Eiland an seine heutige zentrale Position im Mittelmeer; Während der Rotation war Sardinien tektonisch sehr aktiv und durch zahlreiche Brüche entstand ein intensiver Vulkanismus, dessen allerletzte Ausläufer bis in das Jahr 8000 v. Chr. andauerten. Heute ist Sardinien konsolidiert, durch seinen Charakter als starre Platte ist die Insel selber erdbebensicher. Allerdings ist die Platte - oder vielmehr die ehemalige Rotation - Ursache für zerstörerische Beben in Mittelitalien. Dabei wird die Spannung der gestauchten Plattenränder wieder abgebaut, die sich während der Rotation aufbaute. Wilde dunkelbuschige Landstriche, den oft stürmischen Winden ausgesetzt, den Meereswellen und der Sonne überlassen. Betrachtet man heute bizarr zerschnittene Basalttürme, schroffe gezackte Granitgebilde, oder den exotischen Artenreichtum von Fauna und Flora auf Sardinien, kommt man unweigerlich ins Nachdenken über Wahrheitsgehalt von Märchen? Eine zweite reizvolle Fabel handelt von der Meerschönheit Venus die aus dem schäumenden Mittelmeer aufstieg und vom kostbaren Diadem eine wertvolle Perle in der Gischt verlor. Daraus wuchs das heutige Eiland Sardinien;
Typisch für den Norden Sardiniens sind die lustigen Launen der Natur. Der schicksalshafte Ablauf der Verwitterung hat eigenwillige Steinformen hervorgebracht, die vom scharfen Wind und Regen geformten Varianten der "Tafoni" Felsen. Kalksandstein besteht aus unterschiedlichen Härtegraden, ein beständig peitschender Mistralwind feilt und schmirgelt im Laufe der Zeit skurilste Figuren aus diesen Felsbrocken. Je nach Standpunkt und Phantasie des Betrachters finden sich auf der Insel Dutzende solcher nicht imitierbaren Kunstobjekte. Besser als jeder Bildhauer haben die Naturgewalten viele Tierstatuen gestaltet, gleich einem steinernen Zoo. (Bär, Elephant, Haifischrücken, Dinosaurier, etc.)
Bär von Palau Elephant Castelsardo Haifischrücken
Riesige Figuren aus dem Kuriositätenkabinett der Geologie finden sich oft direkt am Stadtrand, wie beispielsweise ein Hutmodell, Steinpilz, Nasenprofil, Naturbrücke, Bienenstock, Galgen, Basltblüte oder eine Basaltorgel.
  Naturbrücke
Bienenstock
Steinpilz  
  Alghero
Ullassai
Alghero
 
Basaltblüte Basaltblüte Hibiscusblüte Basaltorgelpfeifen Basaltorgel Kirchenorgel
Kalksteingrottesan giovanniSteigen Sie ab in die teils touristisch erschlossene Unterwelt Sardiniens. Tropfsteingrotten auf Sardinien sind: "Is Zuddas" - Santadi (CA) / "Su Marmuri" - Ulassai (NU) / "Su Mannau" - Fluminimaggiore (CA) / "Ispinigoli" - Dorgali (NU) / "Bue Marino" - Cala Gonone (NU) / "Nettuno" - Alghero (SS) / "S. Giovanni" - Domusnovas (CA) / "Is Janas" - Saldi / "San Michele" - Ozieri Phantasievolle Bezeichnungen für kuriose Tropfsteinformationen unter Tage sind: Kaktussaal, Domsaal, Marienstatue, Menschengesicht, Spiegelsaal, Orgelsaal, etc. Ein musikalisch kulturelles Highlight, jeweils um die Weihnachtszeit, sind klassische Konzerte in den größeren Höhlen! Bringen Sie für das Raumklangerlebnis der besonderen Art, warme Kleidung und Schuhe mit. Nach oben nach oben
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