"Quattro mori" |
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Bekanntermaßen ist
das autonom sardische Volk sehr stolz auf ihre eigene ausdrucksstarke
Flagge. Mit Rom will man nicht allzuviel zu tun haben, meist flattert die
italienische grün/weiß/rote Staatsfahne
bei offiziellen Anlässen nur am Rande klein im Wind. Das rote Kreuz
auf weißem Grund mit vier Mohrenhäuptern, ist seit 5. Juli
1952 offizielles Symbol von Regionalparlament und gleichzeitig von "partito
sardo" (nach voller Inselselbständigkeit strebende Oppositionspartei).
Die Truppen von Sassari gingen mit diesem Wappen in die Geschichte ein
wegen
Ihrer heroischen Einsätze im Krieg gegen die östereichische
Front. Unter
dem "Duce" Mussolini war dieses sardische Unabhängigkeitssymbol
lange Zeit als Deutung für nationalen Aufruhr streng verboten. Über
den Ursprung der eigenartigen Bildkomposition ranken sich viele Legenden,
auch in ältesten Geschichtsbüchern finden sich keine klaren Überlieferungen
oder Erklärungen zur exakten Entstehung. Erste Abbildungen zeigten
sich bei Studien und Recherchen im Jahr 1281 auf bleiernem Amtssiegel
des Kanzlers von spanisch Aragon ("Peter
der Große").
Sicher wurde das Wappen von einem der vielen Eroberer auf die sardische
Insel gebracht. Es soll sinnbildlich katholische Kreuzritter beim Sieg über
die Mauren (nordafrikanisch/arabisches Berbervolk) darstellen.
Bei ihren arabischen Glaubenskriegen trugen die christlichen Ritter ein rotes
Kreuz auf weißen Umhang, vier abgeschlagene Köpfe von
schwarzen Maurenfürsten ergänzen das Bild. Heute wird vermutet,
das für jedes siegreich teilnehmende Königreich (Aragon/Katalonien/Valencia/Balearen) ein
schwarzer Kopf als Auszeichnung festgehalten wurde;
Als
weitere Variante im Nebel von Mythos und Wahrheit wird gehandelt, das
vier schwarze Köpfe einfach nur alle vier historischen Provinzen (Gallura/Logudoro/Arborea/Cagliari) des
Richtertums Sardinien symbolisieren sollten. Noch während des sardischen Königreichs im Jahr 1640 trugen die
Mohrenköpfe auf abgebildetem Stemma ihr weißes Schweißband deutlich auf
der Stirn! Unter aragonischer Herrschaft schmückte man im spanischen
Bereich Sardiniens alles mit diesem Zeichen. Veröffentlichungen
und Drucke wurden damit besiegelt, Geldmünzen wurden geprägt
und die Spezialeinheit König Karl des V trug es als Wahrzeichen
in den Kriegen gegen die Türken (1571). Mitte des 19. Jahrhunderts
rutschte die Binde irgendwann über die Augen der 4 Mohrenköpfe, angeblich ist dafür der einfache Übertragungsfehler
eines oberflächlichen Siegelmachers die simple Erklärung. Das
Siegel wurde kurzerhand übernommen und fortan öffentlich weiterverwendet,
als neues verändertes Wappen. Heute haben die Sarden ihre eigene
Fahne (Regionalgesetz Nr. 10, des 15. April 1999)
Meine persönlich ironische Variante ist: >>> Einheimische Sarden können Auswüchse des zunehmenden Massentourismus nicht mehr mit ansehen, sie sind oft kopflos, haben sich schon schwarz geärgert und ziehen ihr Kopftuch tief über entsetzte Augen ? | |||||
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