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Radfahren
im Windschatten der "Nuragher" |
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Gut
erholt vom Vortag steht ein anspruchsvoller Streckenabschnitt ins
Haus, in der Regel mit knalligem Sonnenschein, auf dem Rundkurs gegen
den Uhrzeigersinn
in nordöstliche Richtung Montresta.
Aus der malerischen Ortschaft Bosa bewegen
wir uns nordöstlich auf der Kreisstrasse stetig aufwärts
entlang einem schmalen Taleinschnitt durch grüne Kulturlandschaften.
Hier im fruchtbaren Anbaugebiet gedeihen beste Reben für den
berühmten
Dessertwein "Malvasia". Die verkehrsarme, gut ausgebaute
Teerstrecke führt später vorbei an traurigen verkohlten
Baumresten eines Waldbrandes und schneidet dann in Serpentinen gleichmäßig
steigend durch schroffe rote Trachitfelswände. Aus
dem Sattel im schweren Wiegetritt beginnt von Anfang an ein schweißtreibender
Kampf um jeden Höhenmeter. Das naße Radtrikot klebt am
Körper,
der Puls rast, wer hat nur diese unverschämten Hügel
in den Weg gestellt? Linker Hand öffnet sich ein bezauberndes
Panorama, dichte gebogene Korkeichen geben nun
einen kurzen Blick frei zu unserem tiefliegenden Ausgangsort
Bosa mit
vorgelagerter Küste. Auf
einsamer Hochebene überbrücken wir einen breiten Bach,
dessen gluckerndes Wasser hat es eilig ans Meer zu kommen. Vereinzelt
bimmeln am Strassenrand
neugierige
Kuhherden, der Passatwind verbläst
tief hängend weiße Wolkenschleier, hier in dieser verlassenen
Region scheint der Zeitlauf stehen geblieben zu sein. Nach
der angezeigten Provinzgrenze zu Sassari beginnt eine erste
Abfahrt leider noch auf holperiger Teerstrasse. Wir halten uns weiterhin
oberhalb der Stadt "Villanova" geradeaus immer Richtung
Alghero. |
Jetzt
kommt der genußvollste Tourenabschnitt, denn ein neu
verlegtes Asphaltband schlängelt sich in engen 90 Grad Kurven
400 Höhenmeter
abwärts, bei feinstem Fernblick auf offenes Meer. Nach der Achterbahnfahrt
im Talboden gut angekommen, rollen wir in der ausgeschilderten Kreuzung
links ab, auf die kühn angelegte Kreisstrasse (SP 109) eng
entlang des zerklüfteten Küstensaums Richtung
Süden. Wohl eine der schönsten Küstenstraßen
auf Sardinien. Die Felsküste stürzt oft tief und steil
ab, manchmal 100 m senkrecht in die Schaumkronen der Meeresbrandung.
Auf linker Seite
hat der scharfe Passatwind über
viele Jahrzehnte tiefe Höhlen
in den harten schwarzen Basaltstein geblasen, rechts hebt sich kontrastreich
die grüne Macchia und das azurblaue Meer voneinander ab. Die
steilen Hänge fallen zottig und buschig zu Tal, man sieht ein paar
rote Beeren leuchten, darunter verdörrt das trockengelbe Gras. Aber
bitte nicht zuviel ablenken lassen vom atemberaubenden Panorama,
Augen
auch auf
der
Verkehrsstrasse halten, denn wechselnder Zustand des Straßenbelages
und kleine Schlaglöcher in nicht einsehbaren Kurven, können
schnell zur bösen
Überraschung werden.
Man trifft unterwegs regelmäßig
auf sardische Rennradler, alle im bunten Vereinstrikot in Gruppen
zu 20 aufgefädelt,
zischen sie über den Asphalt. |
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