Bosa - ein verträumter Ort mit königlicher Vergangenheit
Bosa Draufsicht Flußpromenade Gerberhütten nachts Bosa Temobrücke Altstadt am Schlosshügel
 
Es ist Anfang März, 10 Uhr, kein Lüftchen regt sich, Frühlingssonne und blitzblank blauer Himmel, bereits 19 ° C zeigt das Außenthermometer des Hotels. Unsere übergezogenen Beinlinge und Armlinge stecken wir unterwegs schnell wieder ein, da sich schon nach kurzer Zeit die salzweißen Schweißränder auf den Radtrickots abzeichnen. Vom kleinen malerischen 7000 Seelendorf Bosa kurbeln wir zum Einrollen locker in südlicher Richtung Suni, auf der N 129 aus dem Taleinschnitt des Flusses Temo heraus. Ein verlockender Duft von Kaffee liegt in der Luft, der Weg ist diesmal nur das Ziel. Mit dem Drahtesel muss man nach dem Start 300 Höhenmeter aufsteigen, sofort nach dem Ortsschild windet sichBosa Altstadt eine abwechslungsreiche Piste unerbittlich in engen Kurven auf gutem Belag die grünen Hänge hinauf, minutenlang schrauben wir uns über kantige Serpentinen höher. Die Beinmuskeln sindgespannt wie Klaviersaiten, salziger Schweiß brennt zwar in unseren Augen und tropft von der Nase wie bei einem undichten Wasserhahn,der Puls klopft in den Ohren, aber die fröhlich bunte Altstadt "sa Costa" unterhalb des Schlosses Malaspina können wir trotzdem wahrnehmen. Der Stadtteil mit den engen Gassen klebt Schutz suchend dichtgedrängt am Schlosshügel wie ein Schwalbennest. Das touristisch wenig erschlossene Dorf hat echten Charme und man kann die ehemals königliche Bedeutung der Siedlung noch ahnen. Wir klettern weiter aufwärts den Tafelberg hinauf, bis zum Vorort Suni und biegen dort nach sichtbarer Beschilderung an der Weggabelung rechts ab Richtung Flussio/Tinnura auf die Nationalstrasse 292.
Murales Tinnura Auf flacher Hochebene, schnurgerader Straße, legen wir einen dicken Gang auf und nehmen bedingt durch etwas Rückenwind deutlich Tempo auf, spielerisch entwickelt sich ohne Ansage ein Mannschaftszeitfahren mit fliegendem Führungswechsel. Niemand will offen eine Schwäche zeigen, jeder beißt, erst nachdem endlich auch die letzten unserer Gruppe ihre Körner auf dieser Jagd verschossen haben, wird der Schlußabschnitt wieder etwas für gemütliche Landschaftsgenießer. Auf den Feldern der Umgebung dominiert dank besonders fruchtbarer Erde, der kultivierte Weinrebenanbau. Daraus wird ein vortrefflicher Dessertwein "Malvasia" gewonnen, aber am Dorfbrunnen vom 600 Seelendorf Tinnura füllen wir leider nur Wasser auf. Wir schmunzeln über täuschend echte Wandmalereien an den Hausfasaden rechts und links der Hauptstraße und wie so oft, sind die etwas weniger Trainierten unserer Gruppe, Ziel von lustig kleinen Witzchen.Anklicken Aber von mieser Laune nicht die geringste Spur, gut gelaunt schwingen wir uns die letzten Straßenwindungen hinab Richtung Bosa. Das sonnige Wetter, feudales Abendessen und die fröhlich harmonische Gruppenstimmung sind optimal, alle freuen wir uns schon auf den nächsten erlebnisreichen Radlertag in sonnenfunkelnder Landschaft. Dann noch 1 - 2 "Absacker" an der Hotelbar und die strapazierten Muskeln bekommen ihre wohlverdiente Bettruhe.
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