Schutzheiliger "Santo Efisio"
Carabinieri Paradeuniform
Templerorden
Glasschrein
Efisio
Glaubensschwestern
Witwentracht
Milizsoldat
Auf Sardinien zelebriert zwar grundsätzlich jedes Dorf sein eigenes Fest (Ostern / Erntedank / Dorfschutzheiliger / Fasching / Reiterdarbietungen / Bootsprozessionen), aber Anfang Mai bei der größten Festivität im Mittelmeeraum, der prunkvoll religiösen Prozession des "heiligen Efisio" in Cagliari darf niemand fehlen, jede Folk-Ortsgruppe der Insel ist auf den Beinen und alle wollen sie hier vereint auftreten; Hoch zu Pferd, auf zweispannigen Ochsenkarren, oder zu Fuss in Reih und Glied ziehen stundenlang die Trachen aus ganz Sardinien vorbeivorbei. (Offizielle Zahlen aus 2003 von der 347. Auflage: 28 Ochsenkarren/traccas, 65 Trachtengruppen, 220 zivile Reitergruppen, 100 Milizsoldaten auf Pferden, 60 teilnehmende Gemeinden)

Alte Aufzeichnungen besagen:
Es war im Juni 1652, als vermutlich ein katalanisches Segelschiff die Pest in Alghero einschleppte; Auf Grund der hygienisch schlechten Situation zur damaligen Zeit, verbreitete sich die ansteckende Krankheit in Windeseile über ganz Sardinien. Ein nie gekanntes Massensterben der Einwohner begann, Menschen wurden reihenweise dahingerafft, fielen um wie die Eintagsfliegen. Allein in Cagliari sprechen die Aufzeichnungen von 200 Pestopfer pro Tag. Die Gesamtsumme der Toten lag hier bei 12000, das war damals über die Hälfte der Einwohnerzahl (20.000) in der Stadt. Dunkle Parolen gingen um, niemand traute sich den wirklichen Namen "Pest" laut auszusprechen, man hatte Angst, schon bei der Nennung der Bezeichnung suchte die Krankheit jene arme Seele heim. Elegante Umschreibung dafür war "schwarzes Fieber"! In aussichtsloser arger Not und allgemeiner Verzweiflung erflehte man Schutz und Erlösung beim christlichen Kirchenheiligen "Efisio". Seltsamerweise bekamen die Ärzte noch im gleichen Jahr die Krankheit unter Kontrolle, der tödliche Flächenbrand hatte ein Ende. Von da an begann der glorreiche Siegeszug dieses Schutzheiligen über Cagliari. Der von der Wegstrecke längste religiöse Prozessionszug der Welt (70 Kilometer) wurde als Gelübde umgesetzt.

Marco Efisio, (geboren in Elia) war ein junger römischer Soldat der für seine religiöse Überzeugung nach schwerer Folter hier 430 n. Chr. im Kerker qualvoll verstarb. Zum Märtyrer wurde Efisio, weil er nur für den Übertritt zum christlichen Glauben mit dem Leben bezahlen musste;
Beste Erfahrung mit Anrufung ihres Schutzheiligen hatten die Stadtbewohner auch zu Beginn des Jahres 1793 gesammelt, als Frankreichs Kriegsflotte im Golf von Cagliari stand und dabei die Verteidigungsbastion mit Eisen und Feuer zudeckte; Es blieb dann aber seltsamer Weise beim Versuch der Eroberung, die Angriffsarmee zog unverrichteter Dinge wieder ab.

Vier Tage lang, vom 1. bis 4. Mai (10 Uhr bis 21 Uhr) jährlich in Treue fest, ohne Rücksicht auf störend äußere Einflüsse, wird ununterbrochen seit Mai 1657 der Kult aufrechterhalten. Beginnend im historischen Stadtkern Cagliari Stampace (Kirche St.Efisio) über extra abgesperrte Hauptstrassen entlang der Küstenlinie, zur 30 Kilometer entfernt liegenden Wallfahrtskapelle am Strand bei Nora/Pula und zurück, wird der religiöse Umzug zelebriert; In unterschiedlichen Tonlagen heulen alle Schiffssirenen im angrenzenden Hafen respektsvoll, wenn die Heiligenstatue in vergoldetem Glasschrein auf klassischem Ochsenkarren(tracca) vorbeizieht. Beifall klatschende Zuschauer drängen sich dicht an dicht auf den teuren Tribünenplätzen. Die Straße ist über und über bedeckt mit ausgestreuten Rosenblättern, wie ein duftend bunter Teppich liegt der Weg vor der Karawane. Gut beschützt wird die Erlöserstatue von zahlreich Fußvolk, wilden Reitergruppen und Trachtenvereinen aus ganz Sardinien, alle in traditionell elegant farbigen Kostümen aus feinsten Stoffen. Unter dramatischen Umständen wurde die Wallfahrt auch im Kriegsjahr 1943 konsequent durchgeführt. Bedroht durch ständige Fliegerangriffe anglo/amerikanischer Bomber, versteckte man die Heiligenstatue kurzerhand auf unscheinbarem Milchlieferwagen und transportierte sie damit nach Nora. Der purpurote Mantel des angebeteten Schutzheiligen war in diesem schlimmen Jahr, über und über bedeckt mit guten Wünschzetteln der Mütter, Frauen und Kinder von rekrutierten Soldaten. "Mögen die geliebten Söhne, Ehemänner und Väter wieder gesund aus dem zerstörerischen Weltkrieg heimkehren." Nach oben nach oben
Stolz und schön
Sonne im Herzen
Generation Brauchtum
spanischer Einfluß ?

Witwentracht

Schön
 
Fellmann
Frauen Orgosolo
Sonntagsausflug
Tracht Cagliari
Farbenschauspiel
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